Zwei Jahre waren wir nicht mehr mit unseren Schneebrettern unterwegs. Ging alles für die Weltreise drauf. Aber nun war es endlich wieder soweit: Der Berg ruft!!! Da wir immernoch kein Auto hatten, schlossen wir uns einer Gruppenfahrt nach Frankreich an. Für uns war es eine Premiere, denn weder hatten wir schon einmal eine solche Gruppenfahrt gemacht, noch waren wir jemals zum Boarden in Frankreich. Der günstige Preis der Tour war jedoch Argument genug. Vorher brauchte ich noch dringend neue Schuhe und - da ich bisher mit einem Step-In-System gefahren bin – neue Bindungen. Außerdem haben wir uns noch Helme und Rückenpanzer besorgt.
Dann ging es endlich los, jedoch lagen erst einmal 12 Stunden Busfahrt vor uns (RIESEN Minus-Punkt in Richtung Frankreich). Endlich angekommen nutzten wir auch direkt den ersten Tag zum fahren. Das Wetter war nicht wirklich gut. Im Tal war es eigentlich schön, aber auf dem Berg war außer Nebel nichts zu sehen. Wir kamen uns auch erst ziemlich verloren vor. Die Jahre zuvor sind wir immer in das gleiche Skigebiet gefahren und da kennt man sich nach einer Weile halt gut aus. Aber in Valmorel war für uns alles neu und klein ist das Skigebiet auch nun wieder nicht. Auf der Piste wollten wir dann einen Mittagssnack zu uns nehmen, aber leider traf uns dann direkt die nächste Enttäuschung im Österreich-Frankreich-Vergleich. Obwohl wir noch eine recht nette Hütte erwischt hatten, waren zum einen die Preise sehr gesalzen, zum anderen merkten wir unmittelbar, wie sehr man sich doch nach dem österreichischen Hüttencharme sehnt. Ich möchte nicht in einer Skihütte sitzen, die einer Starbucks-Café-Lounge-Bar gleicht! Ich will Holztische und Bänke und Kaminfeuer und Weißbier und Gulaschsuppe!
Auf dem Weg nach unten nahmen wir natürlich direkt die falsche Abfahrt und so mussten wir uns den Weg zu den Appartements zurückfragen. Natürlich wurden wir in die völlig falsche Richtung geschickt, aber wir habens ja doch direkt gefunden. Die Franzosen sind hier übrigens – trotz der sprachlichen Barrieren, denn wir sprechen kein oder kaum Französisch und für sie gilt das gleiche mit Englisch – sehr nett. Ganz anders in Paris, wo man als Deutscher ja ab und zu mal zu spüren bekommt, dann man nicht sooo gemocht ist. Ich will jetzt hier nicht mit Schubladendenken und Vorurteilen kommen, das sind einfach nur meine persönlichen Erfahrungen.
Endlich im Haus angekommen, wurde uns das Appartement für die nächste Woche eingeteilt. Schluck… GANZ oben im 5. Stock, kein Aufzug und das mit dem ganzen Gepäck. Völlig fertig nisteten wir uns dann im Zimmer ein. Die Unterkunft war einfach, aber nach den Unterkünften auf der Weltreise mehr als akzeptabel. Wie wir dann erfreulicherweise feststellten, hatte die Lage unseres Zimmers einen Riesenvorteil: wir waren nur eine Etage (es gab nämlich noch einen Ausgang) und ca. 100 m von der Piste entfernt! Ein Traum und ganz dickes Plus für Frankreich, denn in Österreich kann man so eine Lage kaum bezahlen! Was uns auch noch super gefallen hat, war der Baguette und Croissants-Lieferservice. Für die ganze Woche seines Aufenthaltes konnte man sich frische Baguettes und Croissants morgens an die Haustür liefern lassen. Genial! Aufstehen, Tür öffnen, frühstücken
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Die nächsten Tage waren schlichtweg ein Traum!! Es gab soo viel Tiefschnee, dass wir eigentlich immer neben den Pisten alles abfahren konnten. Eine Piste wurde nicht präpariert und war daher gänzlich den Tiefschneefahrern vorbehalten. Die Sonne ließ sich leider kaum sehen, aber das konnte den Fahrspaß nicht trüben. Die Snowboarder der Gruppe (inkl. uns nur fünf Leute) hatten sich zusammengetan und einige kannten sich im Gebiet auch sehr gut aus, was für uns natürlich optimal war. Die Hütten sparten wir uns. Zum Mittagessen fuhren wir einfach schnell runter ins Apartement!
Abends gab es diverse Gruppenabende. Einmal bereitete jedes Apartment etwas zu essen vor und es kam ein wunderbares und sehr abwechslungsreiches Buffet heraus. Einen anderen Abend genossen wir regionale Delikatessen (Eindeutig ein Pluspunkt FÜR Frankreich) und Wein.
Bis auf eineinhalb Tage haben wir von der Sonne leider nicht viel gesehen. Stattdessen merkten wir die extreme Kältewelle, die Anfang Februar über Europa zog. Minus 25 Grad waren es teilweise. Da macht Liftfahren keinen Spaß mehr… Dennoch war der Schnee nach wie vor top und das Gebiet – im Vergleich zu den österreichischen Gebieten – leer!
Am letzten Abend stand ein gemeinsames Fondue-Essen (wahlweise Fleisch oder Käse) in der Hütte mit anschließender Nachtabfahrt auf dem Plan. Die Nachtabfahrt war für uns Snowboarder ein Horror! Dadurch, dass viele Skianfänger mit von der Partie waren, nahm man einen Ziehweg, und das im Schneckentempo. Nach dem dritten Mal abschnallen beließen wir es dabei und warteten auch die richtige Piste!
Der Ort Valmorel ist sehr hübsch. Vor allem wenn man die sonst so lieblos dahingestellten Plattenbauten in den französischen Skiorten aus den Katalogen sieht. Da wir aber beim nächsten Winterurlaub hoffentlich ein Auto haben werden, wird unser Ziel wohl wieder Reit im Winkl heißen!
Bilder gibt’s wieder hier!







































